Weihnachtskugel pixabaySie sind wieder da – die Nebelschwaden, die den November am Jurasüdfuss so…besonders machen. Ich habe über dieses Naturphänomen schon im letzten Jahr gejammert und werde mich nicht wiederholen, aber immun dagegen bin ich nicht. Addiert man zu diesem Depressionsgaranten noch den vor uns liegenden Weihnachtsstress, ergibt sich eine unerquickliche Mischung.

Ich bin sicher nicht der einzige Mensch, der feststellt, dass der Endjahresstress jedes Jahr früher anfängt. Seit der November Einzug gehalten hat, bin ich mit der Hälfte meiner Gedanken bei all den Pendenzen, Events und Aufgaben, die bis dahin noch zu bewältigen sind, und manchmal weiss ich nicht, wo ich die Energie dafür hernehmen soll. Und wie soll man in all dem Trubel noch den Advent feiern, sich innerlich auf Weihnachten vorbereiten? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht.

Der Pendenzenstrudel ist auch der Grund dafür, dass ich nun fast zwei Wochen nichts gepostet habe und Euch heute mit einem Novum beglücke – einem Post „out of the pocket“, nicht abgeschmeckt und verfeinert, sondern  roh und ursprünglich.

Eines der spannendsten und auch schönsten Jahre meines Lebens geht dem Ende zu. Die „Firsts“, die sich in diesem Jahr aneinanderreihen, sind kaum zu zählen: Die Veröffentlichung von Buch und CD, ein Konzert mit Band und das erste Hauskonzert ganz allein – das heisst nur in Begleitung meines Bose-Turms – sind überstanden und sogar gut über die Bühne gegangen. Ich freue mich auf weitere Highlights, die dieses und Anfang nächstes Jahr noch folgen, bin aber vor allem dankbar für all das Erlebte.

In Dankbarkeit und Freude mischen sich viele neue Erkenntnisse. Ich lerne zum Beispiel langsam, mich über nette Feedbacks zu freuen und sie sogar zu geniessen. Eine der wichtigsten Lektionen bleibt dabei, dass ich lernen muss, mir selber eine Pause zu gönnen. Das ist gerade im Moment sehr schwierig, aber ich muss es tun, da ich sonst eher früher als später „der Schirm zuetue“, wie wir Schweizer sagen.

Ich will deshalb versuchen, all dem Endjahresrummel zum Trotz die Adventszeit als das zu leben, was sie ist: eine Zeit froher Erwartung auf ein Fest, dessen wahre Bedeutung niemals verblassen wird. Vielleicht fange ich damit an, dass ich mir am Samstag einen Adventskranz bastle (lies: vier schöne Kerzen auf einen Teller stelle und ein paar Tannäste und kleine Weihnachtskugeln darum herum drapiere). Dann stelle ich mein kleines Kripplein auf und höre mir den ersten Weihnachtssong an.

Und schon während ich mir überlege, was für ein Song das sein könnte, fange ich an, mich auf Weihnachten zu freuen. Ich erinnere mich an die wunderschöne Version von „Silent Night“, gesungen von Mahalia Jackson, und an viele andere schöne Lieder, die ich mit Weihnachten verbinde. Und mit Euch teile ich gern meinen Geheimtipp in Sachen Weihnachtslieder – die A-Capella-Gruppe „Singers unlimited“ mit ihren jazzigen Akkorden, die diesen Liedern eine ganz neue Note verleihen.

Wie geht es Euch mit Weihnachten? Seid ihr auch schon im Endjahres-, Vorweihnachts- und im sonstigen Stress? Wie geht Ihr damit um – habt Ihr gute Rezepte, wie man die Zeit unbeschadet und vielleicht sogar inspiriert übersteht? Dann lasst es mich wissen! Ich wünsche Euch auf jeden Fall ein paar ruhige Minuten in diesem Monat vor Weihnachten und freue mich, von Euch zu hören!

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Angst Pixabay kleinVor einer Woche habe ich meine erste Konzertlesung gehalten. Es war eine spannende Erfahrung mit einigen heiteren Momenten, da das „gleichzeitige“ Lesen, Singen und Gitarre spielen ein paar logistische Herausforderungen mit sich bringt.

 

Wie jongliere ich Buch, Notizen, Gitarre, Kapodaster und Plektron, ohne mich zu verheddern oder die Hälfte herunterfallen zu lassen? Wie komme ich an die Trinkwasserflasche, wenn mein Stuhl zu hoch ist, um sie vom Boden aufzuheben? Ich hatte das zwar zuhause geübt, aber nicht beachtet, dass ich einen Teil meiner Ware auf den Barstuhl neben mir gelegt hatte, der dann leider fehlte.

Ungeachtet dieser kleinen Tücken war es ein gelungener Abend. Das kleine, aber feine Publikum ging mit, die Abläufe klappten mit wenigen Ausnahmen, Stimmung und Feedbacks waren sehr gut. Als ich am Folgetag zufrieden mit der Welt und mir etwas fantasierte, wie es wohl wäre, vor vollbesetzten Rängen zu spielen, holte mich ein ungeliebter Gast aus der Vergangenheit ein.

Vor einer bestimmten Art Erfolg habe ich Angst. Nicht vor dem Platz auf einer Bestsellerliste – immer her damit, I dare to dream! Aber ich habe ein seltsames Verhältnis zu „Ruhm“ und offensiver Bewunderung. Ich fühle mich leicht unwohl, sobald sich die Aufmerksamkeit allein auf mich konzentriert und vor allem, wenn ich mit enthusiastischen Kommentaren konfrontiert werde. Anstatt sie zu genießen, verspüre ich den Drang, mir eine dunkle Ecke zu suchen und erst wieder herauszukommen, wenn alle weg sind.

Ich weiß, dass das zum Teil mit meiner Introvertiertheit zusammenhängt – unter vielen Menschen zu sein und mich ihnen zu widmen, kostet mich Kraft, und am liebsten beobachte ich das Geschehen aus einer sicheren Distanz. Aber ich realisiere auch, dass mich diese Angst wie eine ungesunde Schranke daran hindert, befreit mein Bestes zu geben. Und als ich versuchte, dieser Angst auf den Grund zu gehen, landete ich bei Sätzen, die tief in mir abgespeichert sind und sich in solchen Situationen zu Wort melden.

Du darfst nicht „strahlen“, dich „feiern lassen“ und dich daran freuen.
Wage es ja nicht – sonst folgt die Strafe auf dem Fuß.

Ich konnte nicht eruieren, woher diese Sätze kommen, aber mir wurde bewusst, dass sie mich davon abhalten, mich selbst zu sein. Mit meinen Gedanken noch ganz bei diesen Fragen hörte ich am Sonntag im Gottesdienst eine Predigt, die sich um ein ähnliches Thema drehte: das Original, das Gott mit jedem von uns geschaffen hat, und das entstellte Bild, das wir von uns haben und oft auch leben. Nach der Predigt wandte sich die Frau neben mir plötzlich an mich. Wir kannten uns nicht, aber sie erzählte mir, dass sie ein Bild vor sich gesehen habe, das mit diesem Original zu tun habe, und sie glaube, dass es für mich sei.

Menora PixabayEs war das Bild eines Leuchters, einer siebenarmigen „Menora“, wie sie die Israeliten auf Gottes Geheiß in der Wüste für das Stiftszelt angefertigt haben und später in Jerusalem in den Tempel neben die Bundeslade stellten.

Die genaue Bedeutung der Menora lässt sich nicht so einfach erfassen. Doch das Bild des Leuchters hat mich tief berührt und mir Mut gemacht, die diffusen Ängste vor einer Bestrafung für meinen Platz im „Rampenlicht“ und in den Herzen von Menschen endlich hinter mir zu lassen und sein Bild von mir anzunehmen. Dieses Bild fordert von mir, mein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen, sondern auf einen Schemel, wo es gesehen wird.

Manchmal will ich mich nicht auf diesen Schemel stellen, weil ich Angst habe, dass man dann auch die weniger schönen Seiten sieht – Schwächen und Unzulänglichkeiten, Narben und Wunden, wie sie jedes Leben mit sich bringt. Dann denke ich an Stephen Kings „Talisman“ und an seinen jungen Helden Jack Sawyer, der von einer Küste Amerikas zur anderen wandert, um den Talisman zu finden und seiner krebskranken Mutter das Leben zu retten. Er taucht dabei in eine andere Welt ein, übersteht Gefahren und beweist Mut und Charakter. All diese Erlebnisse hinterlassen ihre Spuren in ihm und lassen ihn „innerlich leuchten“, aber Jack kann dieses Leuchten verbergen und tut das meistens auch. Doch in einer Notsituation setzt er es ein – und der Mensch, der ihn so sieht, ist überwältigt. Er sieht einen müden, schmutzigen Jungen, aber er sieht auch eine innere Schönheit, die durch den Schmutz noch stärker zur Geltung kommt.

Das Licht, das ich leuchten lasse, sind erst in zweiter Linie meine Begabungen und Talente. Zuallererst ist es Gottes Gegenwart, die in mir wohnt und sich in der Form dieses Lichts zeigt. Und dass sein Wohnsitz ein paar Mängel hat, lässt das Licht eher mehr als weniger strahlen.

Funkenregen PixabayMeine Erfahrungen und Unzulänglichkeiten sind Glasscherben, in denen sich Gottes Gegenwart spiegelt und vervielfältigt und zum Funkenregen wird, der sein Licht in alle Richtungen aussendet. Auch ich kann dieses Licht verbergen. Aber ich will mich von der gedanklichen Umklammerung entstellender Sätze befreien und das Licht leuchten lassen.

Und wenn es mir schwer fällt, denke ich einfach daran, dass es im Grunde sein Licht ist, das er in seinem neuen Tempel leuchten lässt.

Vielleicht lebst Du auch mit Sätzen, die Dich hindern, Dein „Originaldesign“ zu sehen und zu leben. Dann möchte ich Dir Mut machen: Gott will sein Original wieder sehen und wird nicht aufgeben, bis er es wieder in „alter Schönheit“ vor sich hat.

Mein "Knorrli" mit meinen Favorites von Knorr!Beim Gang durch den Supermarkt und hier auf Facebook begegnet mir letztens öfter ein kleiner Freund. Er hat letztes Jahr das Pensionsalter erreicht und sieht dafür noch extrem gut aus: seine Haut ist glatt, seine Form straff, und allfällige graue Haare versteckt er unter der roten Zipfelmütze. Sei gegrüßt, Knorrli! Wer den Kleinen nicht kennt: er ist das Markenzeichen der Marke „Knorr“, und ich habe beschlossen, ihm dieses Post zu widmen.

Natürlich habe ich in Historikermanier eine kurze Recherche gemacht, um meiner Hommage genug Relevanz und Tiefe zu verleihen. Doch als erstes musste ich entsetzt feststellen, dass Knorr gar keine Schweizer Firma ist – nichts gegen Euch, liebe deutsche Leser, aber welch ein Schock! Immerhin habe ich dann herausgefunden, dass es eine Schweizer Tochtergesellschaft gibt und Knorrli selbst definitiv und ausschließlich Schweizer ist. Hier nun also meine Referenz an den kleinen Kappenmann. Ich liebe Knorr und seinen Knorrli, weil:

…Knorr „Aromat“ und Maggi produziert!

In fast jeder Schweizer Küche stehen eine Dose Aromat und ein Fläschchen Maggi, auch wenn es nicht jeder zugeben wird. Mit diesem Duo lässt sich auf die faule Art fast alles würzen, und Maggi bietet zusätzlich noch ein besonderes Gourmetvergnügen: Ich erinnere mich, wie wir uns als Kinder im Restaurant ein Maggibrot gemacht haben, wenn wir auf die Speisekarte warten mussten. Aromat benutze ich zum Würzen nicht mehr so oft – außer, wenn es um Teigwaren geht. Denn Teigwaren ohne Aromat sind…unvorstellbar.

…ich Suppen liebe!

Der kleine Knorrli wurde zu Beginn vor allem als Suppenkasper für die Vermarktung von Knorrs Tütensuppen eingesetzt. Diese praktischen Säckchen nahmen einen großen Platz in meinem Studentenvorratsschrank ein und waren in vielen Situationen wahre Lebensretter. Heute habe ich es nicht mehr so mit den Fertiggerichten, aber gerade im Herbst und Winter ist eine Suppe am Mittag einfach was Feines und schlägt – für meinen Geschmack – jeden Salat um Längen. Mein Favorit seit früher Kindheit ist die Buchstabensuppe, dicht gefolgt von „Fideli mit Fleischchrügeli“. Eifach guet!

…Knorrli schräg und gut drauf ist!

Der Zipfelmützenkobold hat etwas Subversives an sich, was mir als verdeckt agierende Rebellin natürlich gefällt. Außerdem hat er immer gute Laune. Zwar hat er mir da etwas voraus, da bestimmte Situationen (Frühstück in Gesellschaft, zu viele Leute während zu viel Zeit – ihr wisst schon) in mir zuverlässig den Miesepeter hervorrufen, aber mehrheitlich bin ich doch ein schräger kleiner Sonnenschein.

…Knorrli rot ist!

Knorrli ist definitiv ein Roter, und ich habe auch einen großen Anteil Sozi in mir. Ich habe stramme sozialdemokratische Wurzeln, und gerade wenn es darum geht, sich für die einzusetzen, die es selbst nicht können, ziehe ich mit den Sozis oft am selben Strang. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

…wir vom selben Blute sind!

Der Hauptgrund für meine Liebe zu Knorrli ist, dass ich selbst Knorrliblut in mir trage. Mein Vater hat eine kometenhafte Pfadfinderkarriere gemacht und in diesem Kreis den Namen „Knorrli“ getragen – vielleicht, weil er ebenfalls klein, rot und subversiv war. Eines der Geschenke, die meine Eltern zu meiner Geburt bekamen, war eine rote Knorrlipuppe mit dem netten Vermerk: „Dem lieben Knorrelinchen“. Man hat mich bei den Pfadfindern zwar „Frigo“ getauft, weil ich im Sommerlager ständig gefroren habe – aber Knorrelinchen bin ich trotzdem.

Während ich mir meinen 43jährigen Stoffknorrli ansehe, frage ich mich, ob ich in 34 Jahren wohl ein „100 Jahre Knorrli“-Post schreiben werde. Und ob sich dann noch jemand an den kleinen Mann erinnert. Aber sei’s drum – im Moment freue ich mich auf die nächste Buchstabensuppe und auf Pasta mit Aromat!

 Kennst Du Aromat, Maggi und Co. Auch? Oder hast Du eigene Nostalgieprodukte oder „Produkthelfer“ wie Knorrli? Ich bin gespannt auf Dein Feedback!