Holy Duck!
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Mein Glaube hat mich in 11 Jahren auf schwindelnde Höhen und durch dunkle Täler geführt. Wie die meisten Menschen kenne ich Momente des Zweifels, und nicht all meine Fragen sind beantwortet. Dennoch habe ich keinen Moment ernsthaft daran gedacht, meinen Glauben aufzugeben – und der Grund dafür ist, dass ich auf die Frage, warum ich glaube, Antworten habe, die mich bestärken.

 

Und das sind sie.

GNADE – Weil Gott mich hingeführt hat
Das wäre der fromme Teil in aller Kürze: Meine frisch gläubige Schwester und ein berührender Gottesdienst haben mich immer näher an die zentrale Frage herangeführt, wer Jesus ist. Nach der Lektüre verschiedener Bücher, viel innerem Kampf und einer kräftigen Dosis Heiliger Geist kam ich an den Punkt, wo ich zu dem, was Jesus selbst über sich gesagt hat, ja sagen musste. Also tat ich das für mich einzig Logische – und bekehrte mich.

WHO I AM – Weil ich „Ich“ werden und sein darf
„Fromm“ zu werden hat auf geistlicher Ebene sofort alles verändert. Auf der Menschlichen dauert es etwas länger, aber seit 11 Jahren darf ich unter sanfter Führung Schritt für Schritt ablegen, was mich behindert – Lügen über mich selbst, schlechte Angewohnheiten und zerstörerische Denkmuster. Nach und nach hat sich herausgeschält, wer ich wirklich bin. Ich durfte meine Berufung entdecken und erkennen, dass selbst meine Schwächen in Gottes Plänen Sinn machen und Gutes hervorbringen können.

FREEDOM – Weil das Leben so viel freier und reicher geworden ist
Früher habe ich mich ständig gefragt, was ich tun muss, damit andere mich mögen. Ich wollte alles gut und ja keinen Fehler machen, wollte „passen“. Gleichzeitig wollte ich nie das, was „man“ gemeinhin so wollen soll – Karriere, Ansehen, Erfolg. Hinter meiner äußeren Angepasstheit und Korrektheit verbarg sich eine Künstlernatur, und so war ich nie richtig glücklich, weil ich so, wie ich eigentlich war – leicht exzentrisch, kreativ, intensiv – nicht zu sein wagte. Heute schere ich mich einen Deut um das, was gerade angesagt ist, und fühle mich frei, der komische Typ zu sein, der ich eben bin. Ich tue, was ich für richtig halte, solange es den Werten entspricht, die mein Glaube mir gibt. Die Werte unserer Gesellschaft ändern sich ständig und pressen Menschen in Formen, die ihnen manchmal überhaupt nicht entsprechen, doch der unerschütterliche Wert, den ich bei Gott habe, hat diese Form gesprengt und lässt mich genau der Mensch sein, der ich sein will und soll.

WIN WIN – Weil auch andere mehr von mir haben
Als ich meinen Wert davon abhängig machte, ob ich gemocht werde und „man“ gut findet, was ich mache, war ich auf andere Menschen fixiert, ohne mich wirklich für sie zu interessieren. Ich achtete peinlichst auf alles, was sie sagten und mit ihrer Mimik ausdrückten, aber es ging nur um mich. Mag er mich? Missbilligt sie meine Meinung? Finden sie mich „daneben“? Heute kann ein befremdeter Blick mich nicht mehr erschüttern, und gleichzeitig gehe ich ganz anders auf Menschen zu: Ich interessiere mich für mein Gegenüber, seine Meinung und sein Leben und habe keine Angst vor dem, was er sagt oder denkt – es ändert ja nichts an dem, was ich bin und glaube. Andere Interessen und ein anderer Glaube sind keine Bedrohung für mich. Ich kann andere annehmen, wie sie sind, und ihnen die Wertschätzung geben, die ich selber von Gott erhalte.

A NEW DAY: Weil ich immer wieder neu anfangen kann
Wir sind, sobald wir uns zu Gott bekehren, bekanntlich Heilige, aber wir können noch Fehler machen und nutzen die Gelegenheit leider auch. Gott weist mich immer wieder darauf hin, dass ich noch „Luft nach oben“ habe. Gerade realisiere ich, dass ich mich trotz meines eher stoischen Temperaments nicht immer im Griff habe, wenn ich herausgefordert werde, und dass meine Gabe, mich pointiert auszudrücken, unter diesem Einfluss zu einem Instrument werden kann, das andere verletzt. So eine Erkenntnis tut weh, und die Konsequenzen aus falschen Handlungen lassen sich nicht immer umkehren. Doch ich weiß, dass meine Fehler von gestern, heute und morgen bei Gott vergeben sind und ich jeden Tag eine neue Chance erhalte, zu lernen, zu wachsen und es besser zu machen. Die Dankbarkeit gegenüber dieser unverdienten Gnade befeuert mich und stärkt meinem Willen, mich in sein Bild verändern zu lassen.

LIVE NOW – Weil im Jetzt Leben „Hammer“ ist
Dieses Wissen hat mich auch mit meiner Vergangenheit versöhnt und nimmt mir die Angst vor der Zukunft. Ich bin frei, im Heute zu leben – dem einzigen Ort, an dem ich etwas bewirken und zugleich der einzige Ort, an dem ich Gott wirklich erleben kann. Anstatt mich zu fragen, was ich tun soll, wenn X oder Y eintrifft, mit dem zu hadern, was ist oder meine Energie auf „wenn ich dann einmal…“ zu verschwenden, lebe ich jetzt. Ich entscheide heute, was ich tun kann, um mein Leben zu verändern und dahin zu kommen, wohin ich will. Und mit Gott als Führung weiß ich, ob ich in die richtige Richtung gehe.

JUST JESUS – Weil Jesus real und wunderbar ist
Die Gegenwart Gottes ist nicht jeden Tag gleich spürbar, aber manchmal, wenn ich am Morgen einen Song anstimme und mein Herz auf ihn ausrichte, spüre ich seine Gegenwart auf eine Art, die mir die Tränen in die Augen treibt, mein Herz öffnet und weich macht und mich tief verändert. Sie führt mich zur Buße, wenn ich es nötig habe. Sie vergrößert meine Liebe für andere Menschen. Und sie lässt mich erkennen, dass all das, was hier auf Erden abgeht, nur ein Abklatsch von dem ist, was wir eines Tages erleben werden. In Jesus habe ich einen Gott, der mir so nahe ist wie niemand sonst, weil er mich als Gott durch und durch kennt und zugleich Mensch war.
Dieser „abscheuliche Vorteil des Feindes“, wie es der Oberteufel Screwtape in C.S. Lewis‘ „Dienstanweisung für einen Unterteufel“ nennt, dass er weiß, wie es ist, ein Mensch zu sein, ist das tröstlichste, wunderbarste und unfassbarste an meinem Gott – neben seiner unglaublichen Liebe für seine Geschöpfe. Die Teufel bei C.S. Lewis kommen trotz tausendjähriger Forschungen nicht dahinter, was Gott wirklich von uns, diesen „erbärmlichen Zwittern aus Fleisch und Geist“ will, und warum er uns geschaffen hat, weil sie das Konzept der Liebe nicht verstehen und es für einen Vorwand halten. Deshalb werden sie nie verstehen, was uns zu Gott zieht.

NO TURNING BACK!
Für mich gibt es kein Zurück, auch wenn ich nicht rund um die Uhr Hosianna und Halleluja schmettere. Doch durch jeden Tag zieht sich die Freude an seiner Gegenwart in meinem Leben, seiner Führung in allem, was ich tue, und die Aussicht auf eine Zukunft bei ihm, die alles übersteigt, was wir uns vorstellen können.

Um es in den Worten von Hiob zu sagen:
„Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“


Was ist die grösste Freude, die Du aus Deinem Glauben ziehst? Es muss natürlich nicht der gleiche Glaube sein. Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

Ich bin eine kleine Träumerin und ein grosser Schussel, und ich habe damit schon früh angefangen. Legendär ist die Geschichte, wie ich mit unserem Hund Gassi ging und nur die Leine mitnahm. Im Gymnasium war ich dafür bekannt, meine Schulmappe in der Pause an eine Ecke zu werfen und dann zu vergessen, wo das gewesen ist. Diese ersten Anzeichen einer knospenden Schriftstellerkarriere wurden von meinem Klassenkameraden vor der Matura als Prognose formuliert, die sich inzwischen in bescheidenem Rahmen bestätigt hat.

Getreu dem Klischee lebe ich oft in meinem Kopf und kann die Realität locker ausblenden. Wenn ich lese, tauche ich ab in eine andere Welt, höre so gut wie nichts um mich herum und kehre irgendwann widerwillig in die Realität zurück. Mein Gedankenkosmos beschert mir intensivste Erfahrungen – Bücher wie „Es“, „Wer die Nachtigall stört“ oder „Im Westen nichts Neues“ haben mir neue Welten eröffnet. Manche Sätze haben sich tief in mein Gedächtnis eingeprägt, wo sie mich immer wieder aufs Neue inspirieren. Und schliesslich hat mich neben der Musik auch ein Buch zu Gott geführt.

Als Ideenmensch habe ich das Übersinnliche lange als Gegenpol zur irdischen Welt gesehen, in der es so oft nur um Macht, Ruhm und Geld geht; um das, was ich mir kaufen, was ich anfassen und konsumieren kann. Es schien mir logisch, mich von diesem sinnlosen Streben abzuwenden und Gott in der geistigen Welt zu suchen. Seit ich so viel schreibe, haben sich meine Sinne geschärft und mir neue Erfahrungen beschert, und immer mehr begreife und erlebe ich, dass diese Welt genauso auf Gott weist, wie es unsere Gedanken tun. Tatsächlich sind unsere Sinne ein Fenster zum Allmächtigen.

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Wissenschaftlich betrachtet nimmt unser Auge mit seinen Zäpfchen und Stäbchen elektromagnetische Wellen auf, die unser Hirn in ein Bild umsetzt. Dieses Bild ist nur das, was unser Sehsinn erfassen kann – wir wissen nicht, wie das alles „wirklich“ aussieht. Und doch kann der Anblick eines mächtigen Baumes oder einer wunderschönen Blume uns in staunende Anbetung versetzen. Unser Ohr fängt Schallwellen auf, die unser Hirn in eine wahrnehmbare Form bringt. Wir wissen nicht, inwiefern das, was wir da hören, „real“ ist. Und doch kann Musik so überirdisch sein, dass sie uns lachen, weinen und tanzen lässt und uns manchmal direkt vor den Thron Gottes katapultiert.

 

 

Und so ist es auch mit unseren anderen Sinnen: der Duft der Lindenblüte, wissenschaftlich betrachtet ein chemischer Stoff, das auf unser Riechorgan trifft, kann unser Herz beruhigen. Wenn uns jemand berührt, den wir lieben, erfahren wir unglaubliche Wonnen. Und wenn wir uns ein Stück Schweizer Schokolade auf der Zunge zergehen lassen – öffnet sich da nicht der Himmel über uns?

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Ich denke inzwischen nicht mehr im Entweder-Oder-Schema. Es fasziniert und tröstet mich immer noch, dass diese Welt nicht alles ist, was wir haben, weil noch etwas anderes, Ewiges wartet. Aber es begeistert mich genauso sehr, dass Gott uns Sinne geschenkt hat, die uns ebenfalls direkt zu ihm führen. So hat er uns geschaffen, und deshalb sollten wir das Irdische in all seinen Facetten nicht geringschätzen.

Ja, die Erde ist oft ein Jammertal. Aber sie ist auch ein Quell des Schönen, Wahren und Guten. Unsere Sinne überschwemmen uns manchmal mit Eindrücken, die uns quälen und überfordern und an der Welt verzweifeln lassen. Aber sie zeigen uns auch viel Bereicherndes und Erhellendes, das uns Gott noch näher erfahren lässt.

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Ich will mich gerade als Träumerin darin üben, nicht nur in meinen Ideen, sondern auch in dieser Welt präsent zu sein. Am Morgen die Vögel zwitschern hören. Das warme Wasser der Dusche geniessen. Den Duft von Kaffee, den ersten Sonnenstrahl, der durch das Küchenfenster blitzt. Ein schönes Lied, das mich zu Tränen rührt, und ein heisser Teller Spaghetti. Das alles ist Leben, und in allem kann ich den Schöpfer sehen und spüren.

 

 

 

 

Darin liegt für mich ein weiteres Geheimnis der Menschwerdung Jesu. Gott wollte diese von ihm geschaffene Welt sinnlich erfahren und hat sich auf ewig zu unserem Verbündeten gemacht, der unsere Freuden und Leiden kennt. Auch er hat gegessen und getrunken, gefroren und geschwitzt, gelacht, geliebt und geweint. Dadurch, dass Gott sich in diese Welt hat gebären lassen, hat er ihr und uns seine unendliche Liebe und Wertschätzung offenbart.

Im Buch „Der Talisman“ von Stephen King entdeckt Jack Sawyer, dass es neben unserer Welt noch die „Region“ gibt – eine vorindustrielle Welt, wie unsere es einmal war. Jacks Freund in der „Region“, eine Art Werwolf, ist entsetzt, als er sich plötzlich in unserer Welt wiederfindet, die für seine feine Nase bestialisch stinkt. Doch während seiner Verwandlung bei Vollmond sagt er zu Jack: „Es gibt auch gute Gerüche in dieser Welt.“

Ja, unsere Welt „stinkt“ – nach Gier, Machthunger, Verbrechen, Egoismus, Umweltverschmutzung und Leid. Der Sündenfall hat sie nicht schöner gemacht. Doch unter dieser Patina liegt das Ursprüngliche, Schöne des früheren Paradieses und gleichzeitig das zukünftige – die wiederhergestellte Schöpfung, schöner und reiner, als sie es jemals war. Durch die Geburtswehen der neuen Schöpfung, die Christof Lenzen heute in seinem Post beschreibt, schimmert diese neue Schöpfung durch und erinnert uns an den Gott, der uns geschaffen hat, an die Zukunft die uns erwartet – und daran, dass auch diese zerbrochene Welt ihn wiederspiegelt.

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Welcher Sinn ist bei Dir am stärksten ausgeprägt? Bist Du ein Augen- oder ein Ohrenmensch, oder läuft für Dich vieles über Gerüche ab? Wo erfährst Du Gott am intensivsten? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

quilt-112550_1280Heute in einer Woche wäre meine Mutter 66 Jahre alt geworden, wenn sie nicht im Herbst vor elf Jahren völlig überraschend an einer Hirnblutung gestorben wäre. Im vergangenen Jahrzehnt hat sich der brennende Schmerz des Verlusts langsam verwandelt und ist zu einer stilleren Trauer geworden, die nur selten heiß aufflackert. Doch es kommt vor, manchmal unverhofft und stark.

Bildquelle: Pixabay

Gestern war ich auf dem Weg nach Hause und hörte mir im Auto ein paar Songs von Eva Cassidy an, als mit „Coat of many Colors“ eines meiner Lieblingslieder anfing. In diesem Folklied erinnert sich ein Mädchen an den Mantel, den ihre Mutter aus kleinen Stoffstücken für sie genäht hat, und sie singt von ihrem Stolz und ihrer Vorfreude, den Mantel endlich tragen zu können. Die sanften Gitarrenklänge und Evas weiche Stimme rührten an einen tief verborgenen Teil meiner Seele, und Schmerz und Trauer trafen mich wie ein Schlag. Plötzlich vermisste ich meine Ma so sehr, dass die Tränen einfach aus mir herausströmten. Als der Song zu Ende war, ließ ich ihn noch einmal laufen, und dann noch einmal und immer wieder, bis ich zuhause war. Und die ganze Zeit wünschte mir, noch einmal mit Ma lachen, sie noch einmal umarmen zu können und ihr sagen zu können, wie sehr ich sie liebte.

Dabei konnte ich erst nicht verstehen, warum mich dieses Lied so sehr an sie erinnerte, denn mit Nadel und Faden hatte Ma nicht viel im Sinn. Meine Handarbeitslehrerin, die regelmäßig an mir verzweifelte (der Apfel…ihr wisst schon ) drückte mir dann, wenn alle anderen längst fertig waren, jeweils mein aktuelles „Work in Progress“ in die Hand in der Annahme, dass meine Mutter es zu Ende bringen würde. Diese Teile wanderten alle in einer dunklen Ecke meines Kleiderschranks und erreichten nie die Vollendung. Einmal kaufte Ma sogar eine alte Nähmaschine oder bekam sie geschenkt, aber wirklich benutzt hat sie sie nie. Ihre Hände, die so schnell tippen und so exzellent kochen konnten, waren in dieser Hinsicht einfach nicht zu gebrauchen.

Während ich im Auto saß und Eva zuhörte, sah ich vor meinem inneren Auge die farbigen Lumpen – für andere ein Patchwork aus alten Fetzen, für das Mädchen aber wunderschön und wertvoll. Wir hatten nicht viel Geld, singt Eva; aber ich war so reich, wie ich nur sein konnte, mit meinem Mantel in vielen Farben, den meine Mutter für mich gemacht hat – gemacht und mit einem Kuss gesegnet hat. Und ich sehe, dass auch ich reich bin, dass auch ich einen solchen Mantel habe, den meine Mutter in vielen Jahren sorgfältig gewirkt hat.

Das Lied, das sie vor dem Schlafengehen für mich gesungen hat.

Das Kreuzzeichen und das „Bhüeti Gott“, das sie mir auf den Schulweg mitgegeben hat.

Das Fläschchen Parfüm, das sie mir geschenkt hat, als mein erster Freund mit mir Schluss gemacht hatte und ich am Boden zerstört war.

Ihre sichtbare Freude und ihr Stolz über meine kleinen und großen Erfolge.

Ihr schallendes Lachen, das mir noch in den Ohren klingt.

Ihre Liebe zu spannenden Krimis, die sie mir vererbt hat.

Dass sie immer an mich geglaubt und mir vermittelt hat,
dass ich ihre Liebe niemals verlieren kann.

All diese Stücke vereinen sich zu einem wunderbar farbigen Mantel der Liebe, der sich um mein Leben legt, mich wärmt und mir Kraft gibt. Dank meiner Ma durfte ich schon vor meiner Hinwendung zu Gott erfahren, dass es jemanden gibt, der mich niemals aufgeben und immer zu mir halten würde.

Während diese Erinnerungen aufblühen, mischt sich Schmerz in meine Dankbarkeit – der Schmerz des Wissens, dass ich sie in diesem Leben nie mehr sehen, nie mehr mit ihr lachen werde. Und dieser Schmerz macht wir wieder einmal klar, dass unsere Beziehungen ein Schatz sind, den wir behüten und pflegen sollten. Er ist kostbar, und er gerät immer wieder unter Beschuss.

„Der Feind ist ein Meister darin, Dreck auf unsere Beziehungen zu schleudern und uns aus der Entfernung zu verhöhnen, während wir uns gegenseitig des Verbrechens bezichtigen. Liebt kühn und unerschrocken!“ Kevin Adams, „The extravagant fool“

Beziehungen können ätzend sein; sie verletzen, frustrieren und enttäuschen uns. Und doch sind wir für sie geschaffen. Und wenn ich auch nie ein Mensch sein werde, der in Gesellschaft auftanken kann, wenn ich auch für meine seelische Gesundheit immer viel Zeit allein brauchen werde: ich will den Schatz der Beziehungen in der Familie und unter Freunden als diese Kostbarkeit betrachten und sie pflegen.

Woran werden wir uns erinnern, wenn wir am Ende unseres Lebens angekommen sind? An die Menschen, die mit uns gelacht und geweint haben. An die kostbaren Momente, wenn wir einander ohne Maske begegnet sind, unsere Schwächen miteinander geteilt und gespürt haben, dass wir verstanden werden. Damit solche Momente entstehen können, braucht es den Mut, sich immer wieder verletzbar zu machen, die Bereitschaft, einander anzunehmen, und eine Menge Zeit.

Ich will meine Zeit gut gebrauchen, denn was mir der frühe Tod meiner Mutter auch zeigt, ist, dass es morgen schon vorbei sein kann. Dann will ich wissen, dass ich meine Prioritäten richtig gesetzt habe, will mich an Lachen und Liebe, Tränen und Treue erinnern – an einen Mantel der Liebe, geformt aus den Menschen, die mein Leben geteilt haben.

Having a soft heart in a cruel world is courage, not weakness.

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Verlierst Du auch manchmal die Sicht auf die Prioritäten? Musst Du Dich manchmal auch neu entscheiden, Dich hineinzugeben und verletztbar zu bleiben? Und woraus besteht DEIN Mantel der Liebe? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!