Heiligabend ist da, und wie jedes Jahr will ich zu diesem Freudentag ein Post verfassen. Aber einfach ist es dieses Jahr nicht. Die Welt wirkt zerbrochen, und das nicht nur wegen des Terrors, dwe diese Vorweihnachtswoche überschattet hat.

Wir möchten die Geschichte der Menschheit als aufwärtsführenden Pfad sehen, auf dem sich der Mensch Stück für Stück weiterentwickelt. Aber obwohl der Mensch in bestimmten Epochen immer wieder über sich hinausgewachsen ist und die weltweiten Zahlen zu Kindersterblichkeit, Ausbildung und extremer Armut heute viel besser aussehen als vor 200 Jahren, lässt mich der Blick in die Jahrhunderte, in die jüngste Vergangenheit und auf die Gegenwart ernüchtert zurück. Wenn ich mir die Kriege und Greuel seit dem Zweiten Weltkrieg, die nackte Gier und den explodierenden Kommerz in der westlichen Welt ansehe, komme ich zu einem bitteren Schluss.

Weder Aufklärung noch wissenschaftlicher Fortschritt noch die durch Globalität verblassenden Grenzen haben den Menschen im Grunde seines Herzens verändert. Ja, er ist fähig zu Güte, zu Grosszügigkeit und Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Selbstlosigkeit, aber im tiefsten Grund seines Herzens sieht er nur sich selbst und ist oft nicht willens, sich nur ein Jota in einen anderen Menschen hineinzuversetzen. Und die wissenschaftlichen Fortschritte haben dieses Wesen voller Machtstreben, Egoismus und Gier mit abertausenden neuer Möglichkeiten ausgestattet, seinen Willen durchzusetzen und andere zu unterdrücken oder zu vernichten.

An diesem Heiligabend 2016 sehe ich eine Welt in Trümmern, die sich vor Schmerzen windet. Eine Welt, die beweist, dass es mit der Sapientia des homo sapiens nicht weit her ist.

Und doch gibt es Gründe, gerade jetzt Weihnachten zu feiern.

Auch die erste Weihnacht ist in eine Zeit und eine Region des Aufruhrs gefallen. Gott hat nicht auf einen schönen und erhabenen Moment der Menschheitsgeschichte gewartet, um sich zu uns zu begeben – er kam mitten in das Chaos hinein.

Und so bedrückend und beängstigend wir diese Zeit empfinden mögen: In der Erkenntnis der menschlichen Grenzen und der menschlichen Widerborstigkeit, der sich wiederholenden Zyklen in der Menschheitsgeschichte, liegt ein gleichzeitig ernüchternder wie befreiender Gedanke: Der, dass unser hehres Geschlecht der Aufrechtgehenden, so sehr es das auch versucht, sich nicht selbst erlösen kann.

Und wir versuchen es unaufhörlich. Der moderne Mensch, der sich meist weigert, an einen Gott zu glauben, der ihn erlösen muss, lebt nicht frei und fröhlich vor sich hin, sondern verdammt, rechtfertigt und erlöst sich selbst in einem fort. Dieser Gedanke ist nicht von mir; ich habe ihn aus einem Blogbeitrag von Christof Lenzen, der ihn wiederum aus einem Vortrag von Andreas Malessa hat.

Der Mensch braucht auch keine Hölle mehr, denn er lebt bereits in einer. Er steht unter dem Druck, ein Leben zu leben, das „Erfolg“ ausstrahlt, er versucht, all den zivilisatorischen Regeln zu folgen, die mindestens so religiös verbrämt daherkommen wie die Zehn Gebote, und weil er nicht genügen kann, muss er sich immer wieder freisprechen. Das ist anstrengend, und vor allem funktioniert es nicht. Und genau hier liegt die harte, aber befreiende Erkenntnis:

Wir brauchen Gott.  Allein können wir es nicht und werden es nie können.

Aber wir müssen auch nicht, denn genau das bedeutet „Gnade allein“. Und an Weihnachten folgt, passend zum anstehenden Luther-Jahr, neben dem „Sola Gratia“ der Blick auf die Krippe, auf das „Solus Christus“. Nur Christus kann uns erlösen, nur durch ihn haben wir den Zugang zum Vater, die Erlösung der Sünde. Diese Aussage kann einengend und selbstgerecht wirken, aber diese Selbstgerechtigkeit wird dadurch aufgehoben, dass dieses Angebot allen Menschen gilt.

Ich feiere heute auch meine eigene Begegnung mit Jesus. Ich feiere, dass ich in den Jahren, in denen ich ihm in all meiner Unbeholfenheit und Widerborstigkeit gefolgt bin, schon viel Befreiung habe erleben dürfen. Was ich über das Menschengeschlecht gesagt habe, trifft auch auf mich zu – ich kann bösartig, rechthaberisch, egoistisch und ungeduldig sein und kann auf andere herunterblicken, und manchmal fällt mir das leichter, als gütig und geduldig zu sein. Aber immer dann, wenn Güte, wenn Liebe für meine Mitmenschen ohne Ansehen von Rang, Rasse oder Religion natürlich aus mir herausfliesst, weiss ich, dass Gott in mir wirkt.

Mehr als alles andere wünsche ich mir, dass die Angst und das Dunkel dieser Zeit Menschen zu Gott führen. Dadurch wird nicht sofort alles anders, aber wenn Menschen sein Angebot annehmen, sich berühren, heilen und verändern lassen, dann besteht Hoffnung für die Zukunft.

Wir können nicht, aber ER kann. ER kann in UNS. Und je mehr wir uns von ihm leiten lassen, desto stärker wird sein Reich sichtbar.  Wo die Welt aufklafft, wo sich Wunden auftun, öffnet sich auch immer Raum für das Licht. Das Licht, das von ihm kommt, das Licht, das uns vor zweitausend Jahren erschienen ist. Das Echte Licht.

Ich wünsche Euch allen eine segensreiche, lichtvolle Weihnachtszeit.
Be blessed!

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Der Erste Advent kommt mir in aller Regel zu früh. Ich kann an einer Hand abzählen, in welchen Jahren ich auf den Termin tatsächlich einen Adventskranz im Haus hatte oder wann das Kripplein schon aufgestellt, geschweige denn eine opulente Bekränzung und Schmückung der Wohnung vollzogen war. Ich finde das alles zwar schön (genauso wie ein aufgeräumtes, sauberes Haus), aber irgendwie kriege ich es einfach nicht hin (genauso wie…Ihr wisst schon).

Dieses Jahr ist keine Ausnahme – wenn überhaupt, ist es noch schlimmer als sonst. Mein Mann und ich sind gestern von ein paar Tagen Italienferien nach Hause gekommen, waren nicht mehr einkaufen und hatten vor der Abreise auch nichts mehr unternommen, um das Haus herzurichten. Aber das macht mir nichts aus, denn dass ich zu nichts kam, hat einen Grund. Das Wichtigste, was ich auf den Ersten Advent bereit haben wollte, ist geschafft:

„Echtes Licht“, mein Weihnachtsgeschenk an Euch und die Welt, ist veröffentlicht und auf meiner Shopseite zum Gratis-Download erhältlich. Ich freue mich riesig!

Ich vermeide es normalerweise, hier auf dem Blog viel Werbung für meine „Produkte“ zu machen, aber heute mache ich aus mehreren Gründen eine Ausnahme: Zum einen, weil das Lied gratis zu haben ist, weil ich mir sehr wünsche, dass viele von Euch es hören, und weil das Lied an das rührt, was mir auch auf dem Blog am wichtigsten ist.

Ich bin nun seit über drei Jahren am Bloggen, und meine Snacks haben unterschiedlichste Formen angenommen. Mal waren sie leicht, süss und luftig, mal voller Ballaststoffe, mal trockener und manchmal auch schwer verdaulich. Ich habe Euch an meinen Kämpfen und Freuden teilhaben lassen, und vielleicht habe ich es mit den Kämpfen manchmal etwas übertrieben.

Mit dem Release von „Echtes Licht“ ist mir wieder bewusst geworden, dass es mir in meinem Leben und meinem Schaffen vor allem um zwei Dinge geht: Ich möchte Licht, aber auch Wahrheit verbreiten.

Viele beanspruchen für sich, dass sie Licht verbreiten, aber nicht überall, wo Licht draufsteht, ist auch welches drin. Sehr oft ist das vermeintliche Licht trügerisch, und die Hoffnung und der Sinn, die es uns versprochen hat, stellen sich als Trugschluss heraus und locken uns auf einen Pfad, der uns dunkler, hungriger und trauriger zurücklässt. Darum ist Licht nur mit Wahrheit wirklich wertvoll; darum verschreibe ich mich nicht nur dem Licht, sondern auch dem Wahren.

Es mag anmassend wirken, wenn ich so von der Wahrheit spreche, aber im Grunde glaubt ja jeder von uns etwas – und ich kann nur über das schreiben, was mich selbst überzeugt. Was ich glaube, warum ich es glaube, wie ich dahingekommen bin und was es in mir bewirkt hat – das und mehr klingt in „Echtes Licht“ an. Das Video dazu wurde in Bern aufgenommen, der Stadt, die mit meiner Suche eng verbunden ist.

Ich hoffe, dass Ihr Euch das Video anschaut und Euch den Song holt, und ich hoffe noch mehr, dass er Euch in dieser Adventszeit ein Licht ist sein kann. Damit wünsche ich Euch eine schöne, besinnliche Adventszeit. Sucht und findet Momente der Stille, des Staunens, des Wunders und des Wunderns in dieser hektischen Zeit. Und auf bald…!

 

 

Bildquelle: Pixabay
Bildquelle: Pixabay

Leute, es ist Heiligabend! Und da ich dieses Post auch als 24. Türchen im Blogger Adventskalender schreibe und mich dort als Expertin für die spirituellen Fragen rund um Weihnachten angepriesen habe, gehe ich in diesem Post der simplen Frage nach, was wir heute eigentlich zu feiern haben.

Im Gegensatz zu Ostern oder, Gott bewahre, Pfingsten erinnern sich im Fall von Weihnachten die meisten noch vage an die ursprüngliche Geschichte. Ich möchte der Frage deshalb auf eine konkretere, persönlichere Weise nachgehen, und verrate Euch erst einmal ein offenes Geheimnis, das auch in meinen letzten Posts eine Rolle gespielt hat.

Ich bin ein „Erfüller“.
Immer noch.
*Seufz*

Ich arbeite daran und habe schon viele Schritte gemacht. Mein Buch-Debut enthält ein Kapitel zum Thema „Erwartungen erfüllen wollen und wie man das überwindet“, in dem ich meine Kämpfe und Offenbarungen niedergeschrieben habe. Ich habe zum Thema sogar ein Lied getextet. Dennoch kommt es öfters vor, dass Freunde mir raten, mal wieder Kapitel zwei meines Buches durchzuarbeiten.

Man wird solche Muster nicht so leicht los, und diese Vorweihnachtszeit war in punkto Erfüllersyndrom hammerhart. Ich fühlte mich all dem, was auf meiner Liste stand, hinten und vorne nicht gewachsen. Zwar habe ich mir in einem Post den Druck vom Herzen geschrieben, aber davon gehen die Anforderungen auch nicht weg. Wer kennt sie nicht? Im Job noch mal Vollgas geben. Ein aufgeräumtes Haus haben. Baum kaufen. Geschenke für Nichten und Neffen besorgen und keine Ahnung haben, was die denn so wollen könnten…nach Belieben zu ergänzen.

In diesen Tagen fühle ich mich manchmal so ungenügend, dass mir meine Zeit in der Militärverwaltung in den Sinn kommt. Das Schweizer Militär hat für den Zustand des Versagens eine eigene Abkürzung. Sie heißt nef, was so viel heißt wie: nicht erfüllt.

„Nef“ bin ich – und genau hier kommt für mich Weihnachten rein. Denn an Weihnachten feiern wir, dass es einen Ort gibt, an dem wir nicht erfüllen müssen.

Viele Religionen haben ihre Regelwerke, mit denen sich der Gläubige seine Erlösung erkaufen beziehungsweise erarbeiten kann: Er erfüllt die Anforderungen seines Gottes und verdient sich damit den Eintritt ins Allerheiligste und ins ewige Leben. Esoterische Ansätze funktionieren oft gleich: Es geht um „Aufstieg“, darum, sich seine Erlösung in ein besseres Ich zu erarbeiten. An Weihnachten feiern wir eine total andere Sicht, die einerseits ansatzweise deprimierend, andererseits unglaublich befreiend und beschenkend ist.

Der deprimierende Teil: Wir können uns Erlösung nicht erarbeiten. Wir werden niemals so „gut“, so „anständig“, so „heilig“ sein, dass es Gott genügt. Vielleicht klingt das dem einen oder anderen zu hart, aber ich zumindest gebe zu, dass ich es nicht kann. Ich bin kein Verbrecher, aber es vergeht kein Tag, an dem ich nicht einen lieblosen Gedanken hege, mich zu ansatzweise bösartigem Geschwätz hinreißen lasse oder sonst irgendwie danebenhaue.

Durch unsere Taten können wir nicht genügen, aber – und damit kommen wir zum befreienden Teil: Das müssen wir auch nicht. Für uns hat jemand anderes erfüllt, und diese unglaubliche Gnade feiern wir heute.

Mir fällt es immer wieder schwer, diese Gnade anzunehmen, wenn ich sehe, wo ich  scheitere. Aber wenn ich mir heute bewusst mache, wie uneingeschränkt und bedingungslos Gott mich annimmt, wenn ich das wirklich sacken lasse, dann wird etwas in mir weich, und in meinem Herzen öffnet sich ein Raum, macht es weit und füllt es auf.

Anstatt zu erfüllen, werde ich erfüllt. Denn ER füllt.

In der letzten Woche habe ich mir viele Male den Werbeclip der Berliner Vekehrsbetriebe mit Kazim Akboga angesehen (etwas für Freunde des speziellen Humors wie mich). Er interpretiert darin sein nihilistisches Lied „Is mir egal“ so um, dass eine Liebeserklärung der Ticketkontrolleure für die skurrilen Berliner herauskommt, mit Zeilen wie „Mann mach Umzug, is mir egal“, „Bart an Ladies – is mir egal“. Am Schluss singen die Kontrolleure: „Wir euch lieben“ – und so  empfinde ich die Gnade Gottes.

Gott liebt uns, egal was. Egal, wie skurril, verrückt und verdreht wir sind. Egal, ob wir in manchen Dingen auf dem falschen Dampfer fahren und noch einen weiten Weg vor uns haben.

Für ihn müssen wir uns an Heiligabend nicht in Seidenbluse und Samtschüpp werfen und unter dem Weihnachtsbaum ein gekünsteltes Lächeln aufsetzen. Sein Weihnachten fand in einem schmutzigen Stall statt, aber was er uns an diesem Tag mit der Geburt seines Sohnes in diese Welt geschenkt hat, ist einmalig, unkäuflich, unbezahlbar und immer wieder unbegreiflich.

Zugang und eine persönliche Beziehung zum Schöpfer des Universums.
Vergebung aller Sünden.
Ewiges Leben.

Wenn ich heute „Weihnachten“ denke, dann denke ich „Gnade“ – überschäumende, überquellende Gnade, die für alle Menschen reicht und geboren ist aus Gottes unermesslicher Sehnsucht und Liebe für seine Menschen – für jeden einzelnen. Für Dich und mich.

Und wenn Du heute feierst, wünsche ich Dir, dass Du nicht nur einen Zipfel dieser Gnade erhaschst, sondern die volle Breitseite abbekommst. Dass sie Dich aus den Schuhen haut und auf den Rücken wirft und Du nur noch breit und idiotisch lächeln kannst. Dass sie Dein Herz füllt und es nie mehr leer werden lässt.

Und egal, wo Du gerade stehst, was für Gefühle Du gegenüber Gott hast und ob Du überhaupt an ihn glaubst; egal, was in Deinen Augen in Deinem Leben schief läuft oder verkorkst ist oder von dem Du denkst, dass Du „so“ niemals zu Gott kommen kannst – ER sieht es anders. Um es im Kazim-Akboga-Slang zu sagen:

„Er Dich lieben – is ihm egal!“

Blogger Adventskalender

Mein Post beendet den Blogger Adventskalender – gestern war Julie dran, und mehr tolle Posts und Ideen rund um Weihnachten findet Ihr, wenn Ihr auf das obige Bild klickt. Frohe Weihnachten Euch allen!

Ich habe eine Weile nichts gepostet, und der Vorentwurf dieses Posts war eine echte Jammertirade. Die erspare ich Euch nun und lasse Euch stattdessen spontan an einigen neu gewonnenen Weisheiten bezüglich Advents- und anderem Stress teilhaben. (Disclaimer: Dies ist ein Spontandirektpost mit original schweizerischen Doppel-s; die grammatik-affinen deutschen Leser mögen mir verzeihen).

Ich weiss nicht, wie es Euch geht, aber sicher stimmt Ihr darin mit mir überein: Die Adventszeit hat es in sich, und es scheint von Jahr zu Jahr schlimmer zu werden. Ob die Menschen vor hundert oder zweihundert Jahren auch schon solche Probleme hatten? Der Puls der Zeit schlägt immer schneller, die Restenergien verbrennen in alarmierendem Tempo, und dann ist da die Liste der Dinge, die man unbedingt noch bewältigen muss. Geschenke einkaufen. Das Haus weihnachtlich schmücken. Weihnachtsdaten koordinieren. In meinem Fall kommt dazu: Gospelkonzert üben, Buchaktionen planen, was Schönes zu Weihnachten bloggen. Und daneben läuft das „real life“ erbarmungslos weiter und forderte seinen Tribut.

In den letzten Wochen habe ich mit einigen Überlastungssymptömchen gekämpft: Kopfschmerzen, Schulterschmerzen, plötzlich – immer mal was Neues! – Kreuzschmerzen, daneben Müdigkeit, Reizbarkeit und ein Gefühl von „will und kann nicht mehr“. Und während man einen Teil dieser Symptome auch unter „sieh es ein: auch Du wirst älter“ abhaken kann, hat mir meine finstere Stimmungswolke in der lichtvoll gedachten Adventszeit doch zu denken gegeben.

Was läuft hier falsch? Sollte ich mich nicht auf das Weihnachtsfest freuen? Warum geht das, was wir feiern, mehr und mehr unter?

Natürlich ist ein Teil davon wirtschaftssystemisch bedingt und gewollt: Jetzt ist die Zeit, in der viele Geschäfte das herausholen, was sie durchs Jahr nicht verdienen. Die Werbung wird  intensiver, wir sehen überall nur noch Spielsachen, Parfums, Juwelen und was weiss ich nicht was, das wir weder brauchen noch wirklich wollen. Daneben aber und vielleicht schlimmer: Wir denken, dass wir irgend einen Standard erfüllen müssen, und das in Bereichen, die uns vielleicht einfach nicht liegen.

Tischschmuck made by Tante Brigitte
Tischschmuck made by Tante Brigitte

Mir hat eine Bemerkung meines Schwagers vom letzten Sonntag die Augen geöffnet und mir eine Last vom Herzen genommen. Wir feierten den 70. Geburtstag meines Pa, und ich bewunderte die selbst gemachte Tischdekoration meiner Tante: ein gesteckter Kranz aus getrockneten Hortensienblüten, dessen Erschaffung sicher viel Geschick und Geduld erfordert hat (sii Piggtschaa!). Ich fragte laut, warum wohl niemand in unserer Familie solche Künste geerbt hat (wobei das eine falsche Frage war, da meine beiden so begabten Tanten NICHT aus dem Meierclan stammen), und mein Schwager sagte nur : „Du schreibst Bücher, schreibst Lieder, bloggst und singst. Warum in aller Welt hast du das Gefühl, dass du das auch noch können solltest?“

Leute: Er hat recht.

Ich muss nicht alles können, und ich muss nicht überall top sein. Konkret heisst das für mich: Ich mache mir kein schlechtes Gewissen mehr, weil ich keine super Weihnachtsdeko gemacht habe und Zuhause öfters gegen das Chaos ankämpfe (und meistens verliere). Und in Phasen wie der Adventszeit, wo ich noch Konzerte vorbereite, lasse ich einfach mal locker und versetze etwas von der „To do“ auf die „Was soll’s“-Liste. Wen juckt’s? Wen geht es etwas an, wenn ich ausser einem normierten Coop-Adventskranz noch keine Weihnachts-Utensilien in der Wohnung aufgestellt habe? Solange es meinen Mann und mich nicht stört, sollte uns der Rest egal sein.

Ich werde mich trotzdem weiter bemühen, meinen Haushalt einigermassen in Ordnung zu halten – im Grunde mag ich es ja auch lieber, wenn es sauber und aufgeräumt ist und man das Handy oder die Socken zum Anziehen nicht erst eine Viertelstunde suchen muss. Aber wenn viel läuft und ich an meine Grenzen komme, gebe ich mir die Erlaubnis, auch mal die Füsse hochzulegen und nix zu tun.

Gerade jetzt sollte ich waschen, bügeln oder staubsaugen (also eigentlich alles davon). Trotzdem habe ich mir die Zeit für dieses Post herausgenommen und werde mich nach der Veröffentlichung (hoffentlich) mit einer frischen Portion Energie an den Haushalt machen. Und das Schreiben hat gut getan.

Versucht es in der zweiten Halbzeit des  Advents vielleicht auch mal: Denkt daran, dass ihr nicht alles müsst, dass es neben den zwingenden „To Do’s“ auch eine ganze Menge Kandidaten für die „Was soll’s“-Liste gibt. Und dass Ihr nicht alles können müsst. Wir haben alle unsere Begabungen und Stärken, aber auch Bereiche, in denen wir nicht brillieren und es auch nicht müssen. Vielleicht können wir etwas einfach sein lassen, oder wir können jemanden um Hilfe bitten, der darin besser ist als wir.

Das menschliche Zusammenleben ist so gedacht: Wir sollen einander mit unseren individuellen Gaben unter die Arme greifen. Wenn jeder alles können und machen will, machen wir uns vor allem fertig und treiben Raubbau mit unserern physischen und psychischen Gesundheit. Wenn wir aber aufeinander zugehen, um Hilfe bitten oder sie auch mal anbieten, haben alle etwas davon.

Also: Wem kann ich helfen, ein schönes Weihnachtskärtchen zu schreiben? Ein Brief an einen Freund, dem ihr schon lange etwas Wichtiges sagen wolltet? Das Angebot ist ernst gemeint, und ihr müsst dafür nicht bei mir bügeln kommen (ausser natürlich, ihr wohnt in der Nähe und habt Lust dazu…!).

In diesem Sinne wünsche ich uns allen noch eine stressarme Adventszeit, in der wir nicht vergessen, dass wir etwas Schönes zu feiern haben: Gottes Geschenk an unsere Welt, an uns Menschen. Licht und Liebe, Frieden und Freude (Eierkuchen? Warum nicht – solange ich ihn nicht selber backen muss…!)

Engel Weihnacht PixabayIch bin dieses Jahr gnadenlos im Verzug, was die weihnächtliche Schmückung des trauten Heims angeht. In den letzten Wochen standen noch Konzerte und andere Termine an, und das Resultat ist entsprechend: Kein Adventskalender, keine Tannäste, keine Sterne, kein gar Nichts – nicht einmal mein Kripplein hat den Weg aus der Kiste auf die Kommode geschafft.

 

Bildquelle: Pixabay

Immerhin beklagt sich bei mir zuhause niemand über das fehlende Xmas-Feeling – meinen Mann stört es nicht, und Kinder habe ich keine. Mütter stehen da vor anderen Herausforderungen: Sie müssen die Geschenkwünsche der Kinder mit dem Finanzhaushalt in Einklang bringen, sollten kiloweise Guetzli backen und haben das diffuse Gefühl, sie müssten zuhause „Schöner Wohnen und die perfekte Familie an Weihnachten“ zelebrieren.

Meine Schwester hat auf Facebook einen Ausschnitt aus einem Buch gepostet – eine treffende Analogie zwischen Weihnachtsvorbereitungen und den bekannten Versen aus 1. Korinther 13 über die Liebe. Im Kern heißt es darin, dass all meine Bemühungen, ein äußerlich perfektes Weihnachten mit Plätzchen und Deko zu fabrizieren, nutzlos sind, wenn ich keine Liebe für meine Familie habe.

Das Ziel dieses schönen Vergleichs ist in erster Linie, den gestressten Müttern das Herz etwas leichter zu machen und ihnen mitzugeben, dass die Liebe, die sie für ihre Familie haben, viel wichtiger ist als ein perfekt ausstaffiertes Heim, ein luxuriöses Weihnachtsmenü und Berge von Geschenken. Ich selbst bin nach der ersten Erleichterung darüber, dass ein ungeschmücktes Haus kein Verbrechen gegen den „Geist der Weihnacht“ ist, etwas nachdenklich geworden. Denn dieses Gleichnis erzählt nicht nur, was Weihnachten nicht ausmacht, sondern auch, was es ausmacht.

Wenn ich Liebe für meine Familie habe.

Wenn ich das Jesuskind nicht vergesse.

Wie steht es mit meiner Liebesfähigkeit? Und was heißt es überhaupt, meine Familie zu lieben? Was heißt es genau an Weihnachten? Ich glaube, es heißt nicht, irgendein Geschenk zu besorgen und damit ein Kästchen auf der Liste abhaken zu können. Es heißt, mich einzulassen. Und vielleicht loszulassen.

Weihnachten ist ein arg belasteter Anlass, an dem viele Erwartungen zusammenkommen. Die Kinder wünschen sich dieses oder jenes Geschenk unter dem Baum, die Erwachsenen vor allem Harmonie und Frieden in der Hoffnung, dass alles „gut geht“. Aber vielleicht heißt echte Weihnachten auch, dass gerade wir Erwachsenen diese Vorstellungen beiseiteschieben.

Vielleicht ist das größte Geschenk, dass wir einander an Weihnachten machen können, dass wir einander mit allen Ecken und Kanten akzeptieren. Dass wir unsere Familie inklusive ihrer Geschichte, ihrer Gegenwart und ihrer Zukunft annehmen, wie sie ist. Dass wir uns auf die gemeinsame „Heilige Zeit“ freuen, ohne unrealistische „So-sollte-es-sein“-Erwartungen an uns und andere zu stellen.

Und wenn wir mit Weihnachten mehr verbinden als Zeit mit der Familie, können wir uns auch darauf besinnen, warum wir zusammenkommen. Wie ein ebenfalls auf Facebook kursierendes Zitat es so schön ausdrückt. „Es ist nicht DEIN Geburtstag.“ Wir feiern die Ankunft unseres Herrn in dieser Welt, der uns mit uns selbst versöhnt hat. Wenn wir uns das Wunder vor Augen führen, dass Gott Mensch wurde und uns damit bewiesen hat, dass er uns trotz all unserer Schwächen genug liebt, um sein Leben für uns zu geben, können wir uns selbst und einander auch inklusive all dieser Schwächen noch besser lieben.

In diesem Sinne wünsche ich Euch schon heute echte Weihnachten.

Wie erlebt Ihr die Vorweihnachtszeit? Worauf freut Ihr Euch an Weihnachten besonders? Ich freue mich auf Euren Kommentar!

Weihnachten 1Heiligabend bedeutet in unseren Breitengraden  Gedränge im Supermarkt, die Jagd nach der letzten Barbiepuppe und ein paar Festmenus  zu viel. In der grauen Vorzeit meiner Kindheit gehörten zu Heiligabend Nachmittagssport, eine verschlossene Tür und eine wunderbare Geschichte.

 

Am 24. Dezember zogen wir uns nach dem Mittagessen warm an, schulterten die Schlittschuhe und marschierten mit unserem Pa Richtung Bahnhof. Dort stiegen wir in den Regionalzug, fuhren bis „Biel Mett“ und wanderten durch frostige Kleingärten zur Bieler Eisbahn, wo wir den Nachmittag mit fröhlichen Jagden bei eisigen Temperaturen, heißer Schokolade und einer heißen Suppe mit Würstchen verbrachten.

Unsere Abwesenheit diente neben dem Spaß an der Freude einen bestimmten Zweck: Unsere Ma hatte die Wohnung für sich und konnte in Ruhe alles für das Fest vorbereiten. Wenn wir rotwangig und kaltnasig von der Schlittschuhbahn zurückkamen, lag eine erwartungsvolle Stille über unserem Daheim. Von der geschlossenen Wohnzimmertür ging ein geheimnisvoller Zauber aus.

Wenn die Tür aufging, brannten die Kerzen am Tannenbaum, die Kugeln blitzten, goldenes Lametta glitzerte zwischen farbigen Schokotannzapfen, und die Kerzen warfen ein warmes Licht ins Wohnzimmer.

Doch das war noch nicht der Moment, in dem es Weihnacht wurde. Es wurde auch nicht Weihnacht, wenn wir das erste Geschenk öffnen oder den ersten Schokozapfen vom Baum reissen durften. Weihnacht wurde es, wenn  wir uns alle aufs Sofa setzten und unser Pa begann, Tazewells Geschichte vom „Kleinsten Engel und dem Weihnachtsstern“ vorzulesen.

Weihnachten 2Dieser „kleinste Engel“ ist ein Junge, der vor seiner Zeit zum Engel wurde und sich in den himmlischen Gefilden einfach nicht zurechtfindet. Er kann nichts anfangen mit Harfe spielen, verliert ständig seinen Heiligenschein und bringt viel Unruhe in die heiligen Hallen. Irgendwann stellt sich heraus, dass der kleine Engel einfach Heimweh hat: er vermisst seine Freunde, das Spielen am Bach und all das, was das Leben eines kleinen Jungen ausmacht.

Die Lösung ist rasch gefunden: die Engel bringen dem Jungen die Schachtel, in der er alle Schätze seines kurzen Lebens aufbewahrt hatte, und endlich fühlt sich der kleinste Engel im Paradies zuhause.

Eines Tages erfahren die Engel, dass der Sohn Gottes in Bethlehem geboren werden soll. Der ganze Himmel ist in Aufruhr, während alle fieberhaft überlegen, was sie dem Gotteskind schenken könnten. Der kleinste Engel ist weder musikalisch noch schriftstellerisch oder handwerklich begabt, aber er hat eine wunderbare Idee: er wird dem Gotteskind all die Schätze schenken, die ihm als Kind so viel Freude bereiteten.

Doch als er seine Schachtel zwischen all den prächtigen Geschenken sieht, wird ihm mulmig zumute. Sieht sein Geschenk nicht unsagbar schäbig aus? Was hat er sich nur dabei gedacht? Er muss die Schachtel schleunigst entfernen! Doch es ist zu spät – die Hand Gottes schwebt über den Geschenken, hält inne und senkt sich auf die Schachtel. Sie wird geöffnet, und alle sehen, was er dem Jesuskind schenken wollte.

Einen Schmetterling, den er in den Bergen gefangen hat.
Ein himmelblaues Ei aus einem Vogelnest.
Zwei weisse Steine vom Flussufer, an dem er mit seinen Freunden gespielt hat.
Das zerbissene Halsband seines Hundes.

Der kleine Engel schämt sich in Grund und Boden. Er läuft davon, stolpert, fällt und landet als Häufchen Elend vor dem Thron Gottes. Doch noch während er weint, fängt Gott an zu sprechen.

Er teilt den Himmelsbewohnern mit, dass ihm diese Schachtel von allen Geschenken am besten gefällt, weil sie Dinge der Erde und der Menschen enthält. Denn auch Sein Sohn wird all dies kennen, lieben und trauernd zurücklassen, wenn Seine Aufgabe auf Erden vollendet ist.

Plötzlich erstrahlt die Schachtel in gleißendem Licht und wird zu einem strahlenden Stern. Der Stern fliegt davon und kommt schließlich zum Stillstand – an dem Ort, wo der Sohn Gottes geboren wird. Und so kennt man ihn heute als „Leitstern von Bethlehem.“

Bei uns zuhause haben alle nahe am Wasser gebaut, und wenn mein Vater fertig gelesen hatte, war kein Auge mehr trocken. Und noch heute berührt mich die Geschichte.

Ich kann mich gut mit dem kleinen Engel identifizieren, der seine schäbige Schachtel inmitten der prächtigen Geschenke sieht und sich entsetzt fragt, wie er dieses Ding nur so wundervoll hat finden können – wie er hat glauben können, dass der Gottessohn diese nutzlosen Dinge lieben würde.

Egal, ob gegenüber Gott oder Menschen – ich denke viel zu oft, dass das, was ich zu geben habe, nicht genügt. Heute will ich mich daran erinnern, dass mein Herz, meine Gaben und das, was ich zu bieten habe, nur ich geben kann. Es mag nicht das Beste sein und in keiner Kategorie den Publikumspreis gewinnen – aber es ist einmalig und einzigartig. Und ich will immer wieder den Mut haben, es hinzulegen – egal, was für glitzernde Päckchen daneben liegen.

Weihnachten 3

Ich will mich heute aber auch an das Geschenk erinnern, das ich an Weihnachten erhalten habe (eine Warnung – wir verlassen damit glaubenstechnisch die neutrale Zone. Aber schließlich ist heute Weihnachten). Es ist dieses geheimnisvolle, völlig unlogische und unglaubliche Ereignis, das wir heute feiern – so schwierig es auch nachzuvollziehen ist.

Gott wurde Mensch.
Er wurde erfahrbar, erlebbar und berührbar.

Er hat es für uns getan und hat damit Seinen Erlösungsplan für die ganze Schöpfung eingeleitet; eine Erlösung, die diese Welt und jeder von uns – ob wir es nun wahrhaben wollen oder nicht – so dringend braucht. Aber wenn ich an die Geschichte vom „Kleinsten Engel“ denke, bin ich sicher, dass Gott es auch für Sich selbst getan hat.

Ich glaube, dass Gott Sich danach gesehnt hat, als einer von uns unter uns Menschen zu leben. Er wollte lachen und weinen, sich freuen und leiden und so am eigenen Leib erfahren, was es heißt, Mensch zu sein.

Sonne auf der Haut.
Ein Bad im frischen Bach.
Sich ein Knie aufschlagen und getröstet werden.
Mit Freunden lachen und streiten.

Mein Gott kennt jede Freude, jeden Schmerz und jede Versuchung, die ich durchlebe. Und darum darf ich in all meinen Kämpfen, Freuden und Leiden wissen, dass Gott ganz genau weiß, was ich gerade erlebe – weil er es am eigenen Leib erfahren hat.

Wenn ich heute mit meinem Vater, meinem Mann, meiner Schwester und ihrer Familie unter dem Weihnachtsbaum sitze, feiere ich die Ankunft meines Gottes in dieser Welt. Ich feiere ein Geschenk und ein Opfer, und ich feiere Seine Freude, endlich unter Seinen Menschen leben zu können – und in ihnen, wenn sie Sein Angebot annehmen.

Ich wünsche Euch allen besinnliche Tage, Stunden der Gemeinschaft und ein gesegnetes Fest.

Merry Christmas!

Nebel im Advent 3Ich liebe den Advent mit seinen Kerzen, Lebkuchen und lichtgeschmückten Häusern. Ich freue mich auch auf Weihnachten. Aber in den Wintermonaten beneide ich alle Australier und Neuseeländer und überlege mir ernsthaft, ein Weihnachtsexperiment „Down under“ zu versuchen. Neben den kurzen Tagen verdirbt mir eines zuverlässig die wohlig warmen Weihnachtsgefühle: Es ist saukalt da draussen – und ich hasse kalt.

Ich bin für diese Temperaturen einfach nicht gemacht. Alles unter zehn Grad bereitet mir körperliches Unbehagen, und wirklich rundum wohl fühle ich mich erst ab 25 Grad. Aber jammern nützt nichts, und ich kann auch nicht den ganzen Tag im Haus hocken. Ich habe deshalb meinen Style-o-Grafen deaktiviert und trage einen Faserpelz über meinen Pullovern. Das sieht zwar holzfällermässig aus – aber alles ist besser als zu frieren.

In meiner Region lernt man ausserdem, den Winter trotz Nebel und Hochnebel zu überleben. Während meines Studiums fuhr ich jeweils am Sonntag mit der Bahn aus dem vernebelten Grenchen ins sonnige Bern, freute mich kurz am blauen Himmel und stieg im grauen Fribourg wieder aus. Da ich aus dem Nebel kam, trug ich das mit Fassung. Anders meine sonnenverwöhnten Walliser und Bündner Mitstudenten: die flohen jeweils direkt nach der letzten Vorlesung aus dem grauen Unterland in ihre Heimat, um übers Wochenende ein paar Sonnenstrahlen zu tanken und dadurch das triste Fribourg wieder eine Woche zu ertragen.

In den letzten zwanzig Jahren ist die Hochnebelgrenze ein Stück noch oben gerückt, aber spätestens Mitte September richtet sich der Jurasüdfüssler  immer noch auf rationierte Sonnenbestrahlung ein. Trotzdem haben wir unsere Rezepte, um dem Nebel zu entkommen.

Zum einen die Flucht nach oben: wer es nicht mehr aushält, kann in vierzig Minuten auf dem Untergrenchenberg oder auf dem Weissenstein sein und aufs Nebelmeer hinunterblicken. Entsprechend werden die Parkplätze auf den Höhen mit fortschreitendem Winter immer voller. Dann wäre noch die Flucht ins künstliche Sonnenlicht – ich bin nicht so der Typ dafür, aber ich nehme an, dass die Solarien in unserer Gegend im Winter guten Zulauf haben. Wer mehr investieren kann, macht es wie meine ehemaligen Kommilitonen und flieht übers Wochenende zu den Bündnern und Wallisern, fährt Ski, sitzt in der Sonne und lässt sich am Montag im Büro um die tolle Bräune beneiden.

kalter advent fenster kleinDoch manchmal überrascht uns das Wetter am Jurasüdfuss auch positiv. Diesen Samstag krochen mein Mann und ich nichtsahnend aus den Federn, öffneten die Tür zum Korridor – und sahen Licht! Sonne! Ein Wunder…! Unser Stimmungsbarometer stieg sprunghaft nach oben, und das umso mehr, weil die vorigen Tage so trüb und grau daherkamen.

Ich will diesen wohltuenden Schönwettereinbruch in die kommende Woche mitzunehmen und mich daran erinnern, dass das Schöne, Wahre und Gute immer da ist. Und ich will mich noch mehr auf die Adventszeit einstellen und daran denken, dass wir in drei Wochen den Eintritt des grössten Lichts in unsere Welt feiern werden. Und dieses Licht hat den Vorteil, dass ihm die grösste Dunkelheit, der nebligste Tag und die frostigste Kälte nichts anhaben können.

Nebel im Advent 4

Wie hast Du es mit der Kälte? Geht es Dir wie mir, oder geniesst Du die kalten Tage? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!